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Coaching-Newsletter Juli 2002


ISSN: 1618-7733 (Archivausgabe)
ISSN: 1618-7725 (E-Mailausgabe)
 
 
 
Sehr geehrte Abonnentinnen und Abonnenten,
 
der Coaching-Newsletter enthält diesen Monat folgende Themen:
 
Inhalt
1. Evaluation von Coaching-Prozessen
2. Interessengemeinschaft Coaching
3. Unterstützung für Diplomarbeit gesucht
4. Coaching Symposium 2002 in München (26.-27. September)
5. Die Top-Twenty im Coaching-Index
6. Vorschau auf den nächsten Coaching-Newsletter
7. Impressum

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  1. Evaluation von Coaching-Prozessen
Wie erreicht man Nachhaltigkeit - neudeutsch "Sustainability" - im Coaching? Eine Antwort darauf ist eine durchdachte Evaluation, weil diese den Weg zur Qualität weisen kann. Ein guter Coaching-Prozess hat nachhaltige Wirkung und dies kann durch Evaluationen erfasst (und optimiert) werden.

Evaluationsprozesse - d.h. Maßnahmen zur Überprüfung der Wirksamkeit des Coachings - sollten in verschiedene Phasen der Beratung integriert werden, d.h. sowohl zu Beginn, während und zum Abschluss des Coachings und ggf. auch längere Zeit nach dem Coaching, um die langfristige Wirkung zu überprüfen. 
In ihrem Buch "Systemisches Coaching" unterscheiden Prof. Dr. Eckard König und Dr. Gerda Vollmer (2002, S. 179ff.) dazu fünf Prozessschritte bei der Evaluation eines Coachings:

- Die Ziel-Evaluation (Erwartungen des Klienten, Ziele des Auftraggebers)
Kernfrage: Welches Ergebnis soll erreicht werden?
Evaluations-Zeitpunkt: Zu Beginn des Coachings; immer wenn Ziele (neu) festgelegt werden

- Prozess-Evaluation (Behandelte Themen, Verlauf des Coaching-Prozesses, Beurteilung des Prozesses)
Kernfrage: Wie ist der Prozess abgelaufen?
Evaluations-Zeitpunkt: Im Coaching und beim Abschluss des Coachings

- Input-Evaluation (Aufwand hinsichtlich Kosten und Zeit)
Kernfrage: Welcher Aufwand ist für das Coaching angefallen?
Evaluations-Zeitpunkt: Beim Abschluss des Coachings

- Output-Evaluation (Veränderung von Einstellung und Verhalten des Klienten)
Kernfrage: Was hat das Coaching dem Klienten gebracht?
Evaluations-Zeitpunkt: Beim Abschluss des Coachings

- Outcome-Evaluation (Langfristige Konsequenzen (z.B. Ertragsverbesserung, Mitarbeiterzufriedenheit))
Kernfrage: Welche längerfristigen Veränderungen sind eingetreten?
Evaluations-Zeitpunkt: Mittel- bis langfristig nach Abschluss des Coachings


Die Ziel-Evaluation beschäftigt sich mit den subjektiven Erfolgserwartungen des Klienten und versucht diese bestmöglich zu präzisieren. Dies geschieht durch gezieltes Nachfragen und schriftliches Fixieren überprüfbarer Erfolgsmerkmale. Nur so können Enttäuschungen verhindert werden, die ansonsten aus einer nicht geäußerten und nicht messbaren Erwartungshaltung heraus entstehen würden.

Wenn mit dem Coaching Ziele verbunden werden, die weder durch ein Coaching noch durch eine andere Beratungsform erreicht werden können, handelt es sich oft um unterschwellige Erwartungen, die in ihrer Selbstverständlichkeit selten offen genannt werden. Dem erfahrenen Coach sind derartige "Heilserwartungen" bekannt und er sollte sie im Verdachtsfall von sich aus thematisieren - und sei es nur um sie als Ziele offiziell (d.h. im Protokoll) ausschließen zu können. Andernfalls ist damit zu rechnen, dass erst in der Abschluss-Evaluation die unbefriedigten, impliziten Erwartungen genannt werden.

Die Prozess-Evaluation findet sowohl im laufenden Coaching als auch zum Schluss statt. Feedback-Gespräche können zur Überprüfung des aktuellen Verlaufes und der Wirksamkeit einzelner Interventionen genutzt werden, bis schließlich die Ziele realisiert sind - oder sich als nicht realisierbar herausstellen. Die Prozess-Evaluation hilft dem Coach und dem Klienten den aktuellen Stand der Dinge zu verstehen und ggf. rechtzeitig notwendige Änderungen vorzunehmen.

Die Input- und die Output-Evaluation werden am Ende des Coachings durchgeführt. In einem Vorher-Nachher-Vergleich können quantitative (Kostenreduktion, Umsatzsteigerung, Termintreue, Anzahl der Reklamationen usw.) und qualitative Daten (Einschätzung von Klient, Coach, Mitarbeiter, Vorgesetzten usw.) herangezogen werden. Idealerweise wird beides miteinander kombiniert, um "objektive" und "subjektive" Daten auf ihre Übereinstimmung zu prüfen. Auch bei überschaubarem Aufwand der Evaluation lassen sich aussagekräftige Daten gewinnen, oft sind entsprechende Messgrößen durchaus leicht zu erheben. Neben der Analyse vorhandener Daten und der Protokolle, können Beobachtungen, Interviews und Fragebögen eingesetzt werden. Auf der Basis so gewonnener Erkenntnisse lässt sich dann feststellen, ob das Verhältnis von Input zu Output akzeptabel ist.

Unabhängig davon, ob ein Coaching regulär beendet oder abgebrochen wird, sollte immer eine gemeinsame Abschluss-Sitzung stattfinden, um den gesamten Prozess zu reflektieren, evaluieren, ggf. offene Fragen zu klären und die gemeinsame Arbeit offiziell abzuschließen. Für den Gecoachten ist dies wichtig, weil er quasi in die "Selbständigkeit entlassen" wird. Der Coach kann erkennen, welche Prozesse wie abgelaufen sind und daraus Schlussfolgerungen für andere Coachings ziehen. 

Die Outcome-Evaluation kann einige Monate nach Abschluss des Coachings vorgenommen werden. Sie dient zur Erfassung der langfristigen Effekte durch Coaching-Maßnahmen.


Durch die teilweise schleichende Veränderung im Coaching-Prozess ist dem Klienten zuweilen seine Entwicklung gar nicht bewusst. Damit ihm dennoch bewusst wird, was das Coaching ihm genutzt haben mag, ist es hilfreich, am Ende des Coachings die ursprüngliche Ausgangslage zu rekapitulieren. Hier bewährt es sich dann, wenn auf eine schriftliche Dokumentation des Coaching-Prozesses in Form von kurzen Ergebnisprotokollen zurückgegriffen werden kann.

Auch wenn der Vertrag zwischen Coach und Gecoachtem mit der Abschluss-Sitzung endet, kann der Kontakt - z.B. für einen anderen Beratungsanlass - weiter bestehen bleiben. Sollte später ein neues Coaching begonnen werden kann die Erfahrung der vorherigen Zusammenarbeit hilfreich sein. Die Kenntnis der gecoachten Person und ihre Umfeldes vereinfacht den Einstieg in ein neues Coaching, der keine Verlängerung des alten, sondern einen eigenständigen Beratungsprozess darstellt. 

Da Coaching "Hilfe zur Selbsthilfe" ist, sollte sich der Coach aber auch selbstkritisch fragen, ob er diesem Anspruch gerecht geworden ist, wenn er stets neu engagiert wird. Es kann durchaus vorkommen, dass der Gecoachten den Kontakt zum Coach schätzen gelernt hat und nicht mehr missen möchte. Dem sollte der Coach mit dem Hinweis entgegenwirken, bei Bedarf gern zur Verfügung zu stehen, doch ansonsten von sich aus das Ende des Prozesses anstreben. Denn letztlich sollen sich Selbstmanagement und Selbstreflexion des Gecoachten verbessern, statt durch die ständige Beratung des Coachs in zunehmende Unselbständigkeit bzw. Abhängigkeit zu geraten. 
Insbesondere bei coachenden Vorgesetzten besteht diese Gefahr, wenn sie ihre Coaching-Aufgabe permanent wahrnehmen. Hier ist es ggf. sinnvoller, den Spielraum der Mitarbeiter zu erhöhen und zur Selbständigkeit zu ermutigen. 

Generell sollte das Coaching dazu dienen, mit Hilfe des erweiterten Verhaltens- und Erlebensrepertoires zukünftig über mehr Alternativen zu verfügen, als vor dem Coaching.

FAZIT: Die schriftliche Protokollierung des Coachings samt Zieldefinition und messbarer Erfolgs- bzw. Qualitätskriterien erweist sich als Vorteil bei der Evaluation des Coaching. Teilweise können sich die Gecoachten am Ende eines erfolgreichen Coachings kaum noch an ihre Ausgangssituation erinnern - nicht aus böser Absicht, sondern weil das Coaching als mittelfristige Maßnahme oft eher "schleichend" wirkt und die Veränderung in kleinen Schritten nahezu unmerklich vor sich gehen kann.

Quelle:
König, Eckard & Volmer, Gerda (2002).
Systemisches Coaching. Handbuch für Führungskräfte, Berater und Trainer.
Weinheim: Beltz 
192 Seiten, 22,90 Euro
ISBN 3-407-25266-8 

Rezension:
www.coaching-literatur.de/rezension_koenig.htm

Bei Amazon können Sie das Buch versandkostenfrei über die folgende Adresse bestellen:
www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3407252668/cr


  
2. Interessengemeinschaft Coaching
Wie bereits im letzten Coaching-Newsletter angekündigt, wird die Interessengemeinschaft Coaching ihre Gründungsphase nach mehrmonatiger Vorbereitungszeit wird bald abschließen können. Als Rechtsform ist ein gemeinnütziger, eingetragener Verein vorgesehen.

Auf den Internet-Seiten der IG Coaching (www.ig-coaching.de) finden Sie bereits jetzt u.a. die aktuelle Mitgliederliste, die Ansätze für Qualitätsstandards und eine Übersicht wissenschaftlicher Arbeiten.

Wer Forschung und Projekte zum Coaching durchführen will und dafür die Unterstützung von Coachs und Wissenschaftlern sucht, findet in der IG Coaching bereits jetzt ein Forum, um entsprechende Kontakte zu den Mitgliedern zu knüpfen. Ein professioneller Austausch mit allen seriös am Thema Coaching interessierten Personen ist ausdrücklich gewünscht. 

Falls Ihnen neben den auf den Internet-Seiten der IG Coaching aufgelisteten Arbeiten und Forschungsvorhaben weitere wissenschaftliche Aktivitäten und Veröffentlichungen zum Coaching bekannt sind, informieren Sie mich bitte, damit diese in die Übersicht aufgenommen werden können.

Internet-Adressen:
www.ig-coaching.de
www.ig-coaching.com
www.ig-coaching.org
 
3. Unterstützung für Diplomarbeit gesucht
Alexander Jenner vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Freien Universität Berlin schreibt eine Diplomarbeit zu dem Thema "Coaching für Führungskräfte - Eine kritische Betrachtung auf Basis des Konzeptes der Organisationsmoden". Herr Jenner sucht nach Quellen, die sich kritisch mit dem Coaching auseinandersetzen. Wenn Ihnen entsprechende Literatur o.ä. bekannt ist, kontaktieren Sie bitte Herrn Jenner, er ist für alle Hinweise dankbar. 

Kontaktdaten:
Alexander Jenner
Nürnberger Str.20
10789 Berlin
Telefon: 0178-4928889
E-Mail: alexanderjenner@netscape.net

 
4. Coaching Symposium 2002 in München (26.-27. September)
Unter dem Titel "Management vor der Zerreissprobe - oder: Zukunft durch Coaching" veranstaltet der CIP-Mediendienst vom 26.-27.09.2002 in München-Ottobrunn im Wolf-Ferrari-Haus, Rathausplatz 2, ein Coaching-Symposium. Thema der Veranstaltung wird die Fragestellung sein, welchen Anforderungen Manager und Führungskräfte zukünftig ausgesetzt sein werden und welche externen und internen Coaching-Angebote sinnvoll sein können, um Managern Unterstützung geben zu können

Vertreter verschiedener Unternehmen werden dabei als Referenten auftreten. Aus dem Programm:
- Die Bewältigung intensiver und tiefgreifender Wandlungsprozesse (Ralph Pesch, Viag Interkom; Martin Hibsch, Carl Zeiss; Rosel Schneider, Heidelberger Druckmaschinen) 
- Bedingungen des Wissensmanagements der Zukunft (Dirk Ramhorst, Siemens Business Services)
- Zukunft der Personalentwicklung bei BMW (Max Neumeier, BMW)
- Die Bedeutung von Emotionen bei Entscheidungsprozessen (Dr. Josef Zellner, Direkt Anlage Bank)
- Strategisches Coaching (Dr. Gernot Hauke und Dr. Dr. Serge Sulz)

Neben den Referaten wird es Podiumsdiskussionen und Workshops geben, z.B. Methoden des Perspektivenwechsels (Helmut Schäfer, Helvetia Versicherungen), Organisationsaufstellung (Prof.Dr. Franz Ruppert).

Die Kosten für die Teilnahme an dem Symposium betragen 480,-- Euro.
Das vollständige Programm mit Anmeldeformular finden Sie unter folgender Adresse:
www.cip-medien.com/coachSymposium.htm
 
5. Die Top-Twenty im Coaching-Index
Die Coaching-Ausbildungs-Datenbank Coaching-Index verzeichnet inzwischen 136 Anbieter mit 163 Ausbildungsgängen. Hier die 20 Ausbildungsanbieter, deren Ausbildungsprofile in den letzten 4 Wochen am häufigsten angeklickt wurden:
 
229
PositionVormonatAnbieterSeitenaufrufe
1-intercoaching ag, Vaduz (LIE)475
24DGFP e.V., München
31Coaching Akademie GmbH, Hannover152
37Trigon, St. Pölten (A)152
53Die Coaches, Henstedt-Ulzburg140
65MOC GmbH, Mödling (A)136
72Jelinek & Partner GmbH, Wien (A)128
86Dr. Astrid Schreyögg, Berlin115
911Coaching Academy, München106
108Loquenz GmbH, Tübingen100
119Claus-Dieter Hildenbrand, Kirchberg98
12-P.O.P. e.V., Neuss89
1314Coaching Pool AG, München80
14-Jürgen Weist, Glückstadt.78
1517CoachingAcademie KG, Bielefeld76
16-IFW, München73
17-Die Sprache GmbH, Büro München71
1819Martina Schmidt-Tanger - NLP Professional, Bochum64
19-Five Steps, München64
2020Coatrain Coaching & Personal Training GmbH, Hamburg63
2020artop-Institut, Berlin63
 
Die Reihenfolge stellt KEINE WERTUNG meinerseits dar, sondern gibt lediglich Auskunft darüber, wie oft welcher Anbieter im Coaching-Index angeklickt wurde. 

 
Bitte informieren Sie Anbieter, in deren Angebot sich Neuerungen ergeben haben, die noch nicht im Coaching-Index eingetragen sind. Aus organisatorischen Gründen ist dazu die Hilfe der Ausbildungsanbieter notwendig. Für eine Änderung des Eintrages im Coaching-Index oder einen Neueintrag sind lediglich folgende Daten an info@rauen.de zu mailen (bei Aktualisierungen müssen natürlich nur die entsprechenden Änderungen gesendet werden.):

 
- Den vollständigen Namen und Anschrift (möglichst mit E-Mail- und Internet-Adresse) 
- Titel der Ausbildung
- AusbildungsleiterInnen /-Qualifikation (Berufsausbildung)
- Beginn der Ausbildung (Datum)
- Teilnehmerzahl (min/max)
- Kosten (in Euro, bitte angeben, ob inkl. oder zzgl. Mehrwertsteuer)
- Umfang der Ausbildung (Seminartagen und Gesamtstundezahl)
- Zeitrahmen der Ausbildung (Anfang bis Ende, Dauer in Monaten)
- Ausbildungsort(e) (bitte mit PLZ und Bundesland bzw. Kanton)
- Zielgruppe/Teilnehmervoraussetzungen
- Ausbildungsinhalte 
- Ggf. Besonderheiten, sonstiges
- Referenzen 
- Gründungsjahr (der Ausbildung / der Ausbildungseinrichtung) 
 
6. Vorschau auf den nächsten Coaching-Newsletter
Der Coaching-Newsletter des nächsten Monats beschäftigt sich u.a. mit dem Thema "Coaching vs. Psychotherapie".
 
Bitte empfehlen Sie den Coaching-Newsletter weiter.
 
Verwenden Sie zum BESTELLEN folgende Adresse:
www.coaching-report.de/coaching-newsletter/subscribe.htm
oder senden Sie eine leere E-Mail an subscribe@coaching-newsletter.de
 
Wenn Sie den Coaching-Newsletter ABBESTELLEN wollen, benutzen Sie bitte auf die folgende Adresse:
www.coaching-report.de/coaching-newsletter/unsubscribe.htm

 
Mit besten Grüßen
 
Ihr Christopher Rauen
 
Coaching-Report
www.coaching-report.de
 
7. Impressum/Copyright 
Verantwortlich im Sinne des Presserechts und des Telemediengesetzes:

Christopher Rauen GmbH
Rosenstraße 21
49424 Goldenstedt
Bundesrepublik Deutschland
Tel: +49 4441 7818
Fax: +49 4441 7830
E-Mail: info@rauen.de
Internet: http://www.rauen.de 

Vertretungsberechtigter Geschäftsführer: Christopher Rauen
Sitz der Gesellschaft: 49424 Goldenstedt, Bundesrepublik Deutschland
Registergericht: Amtsgericht Oldenburg
Registernummer: HRB 112101
Steuer-Nr.: 2368 06821102698
USt-IdNr.: DE232403504

Inhaltlich Verantwortlicher für journalistisch-redaktionell gestaltete Angebote gemäß § 55 Abs. 2 RStV: Christopher Rauen (cr) (Anschrift wie oben).

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